Sanfter Tourismus

Sanfter Tourismus: Tipps zum nachhaltigen Reisen

Von Jasmin / Letzte Aktualisierung am 23. September 2022

Sanfter Tourismus wird synonym zu nachhaltigem Tourismus verwendet und bezeichnet eine Reiseart, die keine negativen Auswirkungen auf Natur und Bevölkerung am Reiseziel haben. Dazu gehört es vor allem die Umwelt auf seiner Reise so wenig wie möglich zu belasten.

Wieso schreibe ich hier dazu? Reisen war lange Zeit das, was mir die meiste Freude bereitet hat. Die Aussichten, die ich genossen habe, das Wasser, in dem ich geschwommen bin, das Essen, das ich gegessen haben und die Menschen, die mir mit Gastfreundschaft begegneten: All das hat mein Leben sehr bereichert. Und doch hatte ich stets ein schlechtes Gewissen über mein eigenes, aber auch das selbstverständliche Vielreisen anderer, denn es ist alles andere als umweltschonend, nein, vielmehr ist es schädlich für die Umwelt.

Gut zu wissen: Der Begriff sanfter Tourismus wurde 1980 von Robert Jungk eingeführt. Es geht es darum, Umwelt und Kultur beim Reisen weitestgehend unberührt zu lassen und damit einen positiven Einfluss auf natürliche und soziale Zustände herbeizuführen.

Als wir in Neuseeland mit unserem Campervan in einem wunderschönen Wald parkten und ich einen großen Haufen Müll vor mir erblickte kam eine Wut in mir auf, die ich kaum beschreiben kann. Wut, die sich in den letzten Monaten angestaut hatte, über mich selbst, über das Verhalten Einheimischer, über andere Reisende. Auch auf der Fahrt in den Taman Negara in Malaysia und die Sicht auf den riesigen monokulturellen Anbau von Ölpalmen kam dieses starke Gefühl der Scham auf. Was fällt uns eigentlich ein so schlecht mit der Natur umzugehen, die wir auf unseren Reisen doch so sehr bewundern? Das passt nicht zusammen.

Was können wir tun, um nachhaltiger in unserem Reiseverhalten zu werden? Im Folgenden drei Tipps zum sanften Reisen.

Sanfter Tourismus Tipp 1: Weniger Plastikmüll

Du reist nach Bali, Thailand und co. und bist empört über vollgemüllte Strände, Abgaswolken und das tägliche Plastikverbrennen. Das passt natürlich nicht zu deiner Südostasien Bilderbuchvorstellung. Doch ja, so schaut es aus. Viele Strände in Südostasien sind – abhängig von der Jahreszeit – vollgemüllt. Das System der Müllentsorgung ist noch nicht so weit wie bei uns – Plastik wird auf Bali teilweise noch verbrannt, weil Müllentsorgung aktuell noch kostet und viele Balinesen es sich nicht leisten können beziehungsweise die Prioritäten woanders liegen.

Aber auch in Neuseeland gibt es Müllentsorgungsprobleme. Im wunderschönen Land der Kiwis konnte man lange Zeit wildcampen. Das Wildcampen wurde jedoch vor einigen Jahren stark eingeschränkt, weil viele Reisende ihren Plastikmüll und jede Menge Fäkalien inklusive Klopapier hinterlassen haben.

Es ist wirklich erschreckend, dass wir an einen ganz bestimmten Ort reisen, um die atemberaubende Natur zu genießen und sie im gleichen Zug unachtsam zerstören. Daher:

Verzichte so gut es geht auf Plastik. Wenn du im Supermarkt geschälte Bananen in Plastik verpackt siehst dann lass sie liegen. Nimm deine eigenen Taschen zum Einkauf mit und versuche Plastik zu vermeiden.

Nimm an Umweltprojekten Teil. In Destinationen wie Bali gibt es zum Beispiel wöchentliche Beach Clean Up’s, an denen du dich beteiligen kannst. Oder du ergreifst die Initiative und organisierst ein eigenes Umweltprojekt.

Wenn du weitere Beiträge, Gedanken und Diskussionen zum Thema nachhaltiges Reisen suchst, oder selbst deine Gedanken mitteilen möchtest, dann schau doch mal bei der Blogparade von adventureluapt vorbei.

Sanfter Tourismus Tipp 2: Weniger Fliegen

Das Flugproblem ist eines der anderen Sorte. Fliegen ist die umweltschädlichste Art zu Reisen. Ein FLug stößt eine große Menge an Treibhausgasen aus, daher muss das Fliegen so stark wie möglich eingeschränkt werden. (CO2 Ausgleich zahlen reicht leider nicht aus.)

Auch ich, als ehemalige Vielfliegerin, muss mir hier an die eigene Nase packen. Als ich von Neuseeland nach Marokko fliegen musste war ich ganze 48 Stunden unterwegs und musste vier verschiedene Flugzeuge nehmen.

Als ich am Flughafen in Kuala Lumpur saß fragte ich mich: Ich reise Non-Stop um die Welt und bin ein Teil des Problems des ökologischen Desasters, des Klimawandels und der verheerenden Folgen.

Ich habe kürzlich einen interessanten Artikel aus der Zeit dazu gelesen. Wieso sind es gerade die Umweltbewussten und Gebildeten, die so viel reisen? Wir stellen unsere Fernreisen – trotz unseres Wissens – ganz bewusst über den Umweltschutz.

Versuche unbedingt deine Fernreisen so gut wie möglich in Grenzen zu halten und idealerweise mehr auf dem Landweg zu reisen. In Europa gibt es so viele Reiseziele, die über Landweg erreichbar sind. Man muss für wunderschöne Reiseziele nicht immer ans Ende der Welt fliegen.

Stichwort: Mikroabenteuer. Es geht darum die eigene das Nahe zu erkunden und vielleicht sogar Ziele, die per Fahrrad, Bus oder Bahn und in kurzer Reisedauer erreichbar sind zu entdecken.

Sanfter Tourismus Tipp 3: Bio Hotels

Bio-Hotels gehen sparsam mit Ressourcen um, indem sie beim Essen zum Beispiel nur regionale Küche anbieten oder Müll reduzieren. In Europa gibt es fast 100 Bio-Hotels, die verschiedene Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und bis 2023 klimapositiv werden möchten.

Neben Bio-Hotels gibt es auch Bio-Bauernhöfe oder Bio-Campingplätze, auf denen du einen sanften Urlaub machen kannst.

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