Digitale Nomaden

Digitale Nomaden: Neue Möglichkeiten durch Remote Work

Von Jasmin / Letzte Aktualisierung am 8. Juni 2022

Der Begriff „Digitale Nomaden“ war vielen schon vor der Pandemie geläufig. Seit Beginn von Covid-19 wurde diese Lebens- und Arbeitsweise auch für ein breiteres Publikum möglich. In diesem Beitrag gehe ich darauf ein, wie die Pandemie für viele Arbeitnehmer neue Arbeitsweisen eröffnet hat.

Digitale Nomade: Was ist das?

Mein Mann und ich bezeichnen uns nur ungern als Digitale Nomaden, weil wir eigentlich die meiste Zeit an einem Ort gearbeitet haben. Seit 2016 waren das zwei Jahre auf Bali und zwei Jahre in Portugal, hier leben wir auch zum aktuellen Zeitpunkt. Zwischendrin waren wir hier und da, aber immer mit unserem Laptop im Rucksack.

Doch was genau bedeutet „Digitaler Nomade?“

Per Definition ver­steht man unter digitalen Nomaden Personen, deren Arbeitsweise durch Ortsunabhängigkeit und das Arbeiten mit digitalen Mitteln und Technologien gekennzeichnet ist. Zumeist sind diese Freelancer oder Selbstständige, Leute in Ausbildung und manchmal auch Angestellte.
forbes.at

Viele meiner Bekannten und Freunde fanden unsere Arbeitsweise erstrebenswert, für andere war es nichts. Diejenigen, die sich einen ähnlichen Lifestyle gewünscht haben wussten nicht, wie es mit ihrem Job vereinbar war, da sie Präsenz im Office zeigen mussten.

Als der ganze Trend des Digitalen Nomadentum losging waren es vor allem Menschen, die im Bereich Online Marketing gearbeitet haben, die man in den Coworking-Spaces auf Bali angetroffen hat. Ich denke auch Bali war einer der Orte, an dem der Lifestyle der digitalen Nomaden geboren wurde. Mittlerweile bieten Co-Workingspaces Digitalen Nomaden weltweit eine gute Infrastruktur.

Ortsunabhängiges Arbeiten seit der Pandemie

Im Laufe der Zeit, aber auch insbesondere seit der Pandemie, probierten immer mehr Menschen den Lifestyle der Digitalen Nomaden aus. Vor allem nachdem sie gleich am Anfang von Covid-19 ins Homeoffice wechseln mussten haben einige mit ihren Arbeitgebern einen Deal abgeschlossen: Sie arbeiteten einfach vom Ausland aus weiter.

Wir haben hier in Portugal sehr viele Menschen getroffen, die seit Anfang der Pandemie hier sind, da sie dadurch die Möglichkeit bekommen haben längere Zeit im Ausland zu leben.

Obwohl die Pandemie einen Schatten über unser aller Leben gebracht hat ist das – wenn auch ein sehr kleiner – positiver Nebeneffekt gewesen. Viele, die ihre Chance vom Ausland aus zu arbeiten als verstrichen gesehen haben konnten nun wenigstens für ein paar Monate im Ausland leben, arbeiten und diesen Lifestyle mal „ausprobieren“.

Zukunft des digitalen Nomadentums

Ich sehe das ortsunabhängige Arbeiten zwar als positiv an, allerdings erkenne ich auch die Schwierigkeiten dahinter. Ich denke es ist oft hilfreich das Team im selben Raum oder in der Nähe zu haben, um sich jederzeit abstimmen zu können und gemeinsam in eine Richtung zu blicken. Für viele Berufsgruppen ist es daher auch gar nicht möglich, dass die Arbeitnehmer dauerhaft im Home Office beziehungsweise vom Ausland aus arbeiten.

Ich finde es auch aus Gründen des Umweltschutzes wichtig einen kritischen Blick auf das Digitale Nomadentum zu werfen. Viele Digitale Nomaden ziehen von einem Ort zum Anderen und einmal quer über den Globus. Inwieweit ist das in Zeiten der Klimakrise noch vertretbar? Wir selbst fliegen nurnoch Kurzstreckenflüge und versuchen diese auf maximal zwei mal im Jahr zu reduzieren.

Außerdem muss man das, was Digitale Nomaden auf Instagram oder ihren Blogs zeigen auch kritisch hinterfragen. Vieles ist mehr Schein als sein. Laut Studien haben nämlich sehr viele Digitale Nomaden finanzielle Probleme. Der Lifestyle hört sich gut an, braucht jedoch viel Vorarbeit, Disziplin und ein stabiles Netzwerk.

Für diejenigen, die während Covid-19 das digitale Nomadensein kennenlernen durften war es ein Lichtblick während der besorgniserregenden Entwicklung und der Dauer der Corona-Pandemie. Erst die Entwicklung von analogen auf digitale Formate sowie adäquate Software-Lösungen haben dies ermöglicht. Es gab einen großen, längst notwendigen Fortschritt in Digitalisierung in Deutschland, der vielen Menschen und Berufsgruppen ein Stück Freiheit während der Pandemie beschert hat.

Die Idee für diesen Blogbeitrag stammt von der Blogparade Zukunft der Weiterbildung von dem Projektmagazin.

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